Anthologie-Ausschreibung

„Die Stadt der tausend Geschichten“

Kommen Sie herbei, herbei! Valys erwartet schon sehnsüchtig seinen neuen Besucher. Noch nie hier gewesen, richtig? Natürlich nicht, ich würde mich an Ihr Gesicht erinnern, gewiss. An ein solches wie Ihres auf jeden Fall. Nein, halt! Das war nur halb so despektierlich gemeint, wie es geklungen haben mochte. Gäste aus dem Süden haben wir hier nicht oft, müssen Sie – ach, lassen wir die Förmlichkeiten. 
Ich bin Gazli, Gazli Wederwandel. Fremdenführerin dieses verfluchten Ortes, nicht die einzige, fürwahr, aber die Beste! Wenn du in die Stadt willst, kommst du an mir nicht vorbei. Der Mandat lässt keine Besucher in seinem Valys frei herum laufen, ohne erfahrenen Begleiter. Bei aller Bescheidenheit, was für ein Glück für Dich, dass Du gerade an mich geraten bist! 
Schön, schön, gehen wir mal davon aus, du warst noch nie hier. Dann verlangt natürlich meine Neugier nach einer Erklärung, weshalb es dich her verschlagen hat. Halt, sag nichts, lass mich raten. Wenn ich dich so anschaue, wirst du sicher keinen Handel treiben wollen. Niemand würde dir auch nur einen matschverklebten Stein abkaufen. Du bist doch nicht auf der Flucht, oder? 
Unsinn, Gazli, dann hätte dich die Garde ohne blitzsaubere Papiere nie durchs Tor gelassen. Also musst du ein Tourist sein, ganz eindeutig, und damit bei mir genau an der richtigen Adresse. So, nun mal her mit dem Gepäck, dafür haben wir hier in Valys schließlich die Vanvan. Ich weiß natürlich, dass diese Tiere unerträglich stinken und störrischer sind als mein Mann vor dem Frühstücksmahl. Aber sie tragen bereitwillig auch die größte Last, ohne zu murren. 
Bevor wir losziehen, muss ich dich natürlich noch belehren. Ganz klare Vorschrift vom Hauptmann Kuflinger. Drei einfache aber wichtige Regeln, präg sie dir gut ein, du wirst sie ganz sicher brauchen. Erstens: Entferne dich nie von deinem Harlunden. Also Fremdenführer, ich in dem Fall. In Valys spricht man immer noch die Hochsprache, aber dazu kann ich dir später noch mehr erzählen. 
Zweitens: Die Garde ist dein Freund. Sicher, manche von denen sehen noch vertrauensunwürdiger aus als du und einigen Gardisten würde ich nicht mal ein Häufchen Vanvan-Kot zur sicheren Verwahrung anvertrauen. Aber der Mandat besteht darauf, klar zu machen, dass man sich immer an seine geliebte Garde wenden kann. Wenn du mich fragst, bist du in Notsituationen selbst bei der Meuchlergilde besser aufgehoben. Doch du hast die Regel vernommen, was du draus machst, ist mir egal. Drittens: Betritt nie das Tempel-Viertel! Selbst euch Südländern sollte klar sein, dass es hier mit der Religion eine schwierige Sache ist. Eine ganz schwierige. Der Orden ist auch hier stark, stärker noch als irgendwo sonst und verbittet sich jegliche Einmischung in seine Aktivitäten. Wie immer die auch aussehen mögen. Niemand weiß, was hinter den feuerroten Mauern des Tempel-Viertels vor sich geht, nicht einmal ich und das will was heißen. 
Nun, wo du gerüstet bist für unsere Stadt, lass uns doch mal schauen, was ich dir zuerst zeige. Es gibt mehr sehenswerte Orte hier zu bewundern, als man landläufig glaubt. Ein paar davon könnten dich verstören, wie der rauchende, stampfende Palast des Mandaten in der Oberstadt. Andere werden dich belustigen, wenn du auch nur den kleinsten Sinn für Humor hast. Na, daran zweifle ich noch. Dennoch werden wir natürlich auch eine Runde über den Gauklermarkt drehen. Ich muss dich allerdings auch an Orte führen, die weniger schön, weniger modern oder pittoresk sind. Die Bleicherhütten unten am Fluss sollte jeder Besucher gesehen haben, denn das Elend dort wird deinen ersten Eindruck der Stadt ordentlich durcheinander würfeln. Kein sehenswertes Viertel, das von anderen Harlunden gern ausgespart wird. Aber ich finde, es ist wichtig um ein stimmiges, komplettes Bild von Valys zu bekommen. 
Wenn dir danach ist, kann ich dich auch in die Dunkelstadt bringen, zumindest ein paar Schritte weit. Das Schild „Betreten auf eigene Gefahr, du Spinner!“ steht dort nicht umsonst am Tor, wie du dir sicher denken kannst. Die Magiebegabten dieses Viertels sind – na, ja ... Natürlich kommen wir auch nicht um die Felskloffen herum. Du weißt schon, die Felskloffen? Echt nicht? Also komm, selbst in den südlichen Landen sollte man davon gehört haben. Die Stadt unter Tage? Ein ganz eigenwilliges Viertel, in denen die fleißigen Kloffen den kompletten Sonnenfels unterbuddeln, um nach ihrer alten Heimstätte zu suchen? Ein lustiges, herzliches Volk, wirklich. Na, ich seh schon, du bist so ahnungslos, dass du ohne mich keine zehn Minuten hier in Valys überleben würdest. Eine Schande, ehrlich. Dabei hat Valys so viel zu bieten. Eine Stadt mit unendlichen Wundern und tausenden Geschichten!

Die Teilnahmebedingungen:

- Schreibt eine der 1000 Geschichten dieser Stadt. Lasst eure Fantasie sprießen. Einzige Einschränkung: Die Geschichte muss zur Rahmenhandlung passen. 
- Die Texte dürfen eine Länge von 20.000 bis 35.000 Zeichen (ca. 11 bis 20 Normseiten) nicht unter- bzw. überschreiten. 
- Die Geschichten sind in den Formaten .doc, .docx oder .odt ausschließlich an manuskripte@hybridverlag.de zu senden. 
- Außerdem benötigen wir von euch noch eine Kurzvita. 
- Eine Altersbeschränkung setzen wir nicht. 
- Einsendeschluss ist der 6.11.2022

Inzwischen haben sich schon einige wackere Abenteurer zusammengetan, erforschen Valys zusammen und schreiben ihre Geschichten auf. Wenn ihr auch interessiert seid, Teil dieser Selbsthilfegruppe zu werden, meldet euch gerne bei Jon Barnis: www.instagram.com/jon_barnis/

AAAB (Allgemeine Anthologie-Ausschreibungsbedingungen):

- jeder Autor einer Anthologie-Geschichte erhält ein Freiexemplar. Darüber hinaus gibt es keine weiteren Vergütungen 
- die Rechte der eingesandten Geschichten bleiben beim Autor 
- teilnehmenden Autoren wird ein Einkaufsrabatt auf die Anthologie gewährt

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Anthologie-Ausschreibung

„Osterhase, Weihnachtsmann, Zahnfee und Co. mit ihren Macken und versteckten Vorlieben“

Jeder kennt sie, die fantasiebehafteten Helden, lebendig gemacht durch die Geschichten unserer Eltern oder Großeltern. Ob uns vom Weihnachtsmann, der Zahnfee oder dem Osterhasen erzählt wurde, bis zu einem gewissen Alter haben unsere Augen stets geleuchtet. 

Doch wer sind diese Gestalten eigentlich? Was macht der Osterhase, wenn er nicht Eier bemalen oder austeilen muss? Warum sammelt die Zahnfee Zähne? Mahlt sie damit den Schlafsand für das Sandmännchen oder ist es nur ein irrer Fetisch? Wie verträgt der Weihnachtsmann die vielen Kekse, oder ist er ohnehin längst zuckerkrank? 

Fragen über Fragen, die es zu beantworten gilt. Geht ihnen auf die Spur und durchleuchtet jedes kleinste Detail. Bringt ans Licht, was bisher noch niemand wusste. Zeigt uns die versteckten Vorlieben, die tiefen Abgründe oder auch Macken der Helden unserer Kindheit.

Die Teilnahmebedingungen:

- Die Texte dürfen eine Länge von 20.000 bis 35.000 Zeichen (ca. 11 bis 20 Normseiten) nicht unter- bzw. überschreiten. 
- Die Geschichten sind in den Formaten .doc, .docx oder .odt ausschließlich an manuskripte@hybridverlag.de zu senden. 
- Außerdem benötigen wir von euch noch eine Kurzvita. 
- Eine Altersbeschränkung setzen wir in diesem Fall nicht. 
- Einsendeschluss ist der Ostersonntag des Jahres 2022 (17.4.2022)

AAAB (Allgemeine Anthologie-Ausschreibungsbedingungen):

- jeder Autor einer Anthologie-Geschichte erhält ein Freiexemplar. Darüber hinaus gibt es keine weiteren Vergütungen 
- die Rechte der eingesandten Geschichten bleiben beim Autor 
- teilnehmenden Autoren wird ein Einkaufsrabatt auf die Anthologie gewährt

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